Richtiges Funken bei Airsoft-Events und Spielen

Einleitung

Bei einem Airsoft-Event oder bei größeren Spielen ist das Funkgerät eines der wichtigsten taktischen Ausrüstungsgegenstände die man so mit sich herumträgt. Natürlich kann man sich auch mit Handzeichen oder lauten Zurufen verständigen, aber das geht nur wenn man sich in Sicht- bzw. Hörweite befindet. Mittlerweile haben sich die PMR-Funkgeräte beim Airsoft durchgesetzt. PMR steht für Privat Mobile Radio und bedeutet nichts anderes als „Jedermannfunk“.

Dem PMR wurde der Frequenzbereich 446,000 – 446,100 zugewiesen und teilt sich in insgesamt 8 Kanäle auf. Deswegen wird dieses Frequenzband auch als PMR-446 bezeichnet. Der Vorteil beim PMR-Funk ist neben der sehr guten Sprachübertragung auch das Funkgerät. Es gibt Geräte in einer sehr kompakten Bauform, bis hin zu Geräten die üblicherweise im Betriebsfunk eingesetzt werden und dementsprechend robust und sogar Wasserdicht gebaut sind. Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas auf dem Markt zu haben. Beim PRM-Funk kann jeder mit einem PMR-Funkgerät auf den jeweiligen Kanälen mithören. 

Damit es nicht zu Missverständnissen und sogenannten Querverkehr kommt, wo einfach alle drauf losquatschen, gibt es die sog. Funkdisziplin oder Funkregeln. Diese Regeln, die hier in dieser Funkfibel zu finden sind, stellen keine verbindlichen Regeln dar, sondern sind mehr als eine Art Richtlinie zu sehen um das gemeinsame Funken auf Events oder Airsoft-Spielen zu vereinfachen und den Funkverkehr auf das notwendige zu reduzieren. 

Bei einem großen Airsoft-Event, wo mehrere Einheiten sich gleichzeitig auf dem Spielfeld aufhalten, ist die Gefahr immer recht hoch das sich ein gegnerischer Spieler auf den selbst genutzten Kanal schaltet um mitzuhören. Das ist normalerweise nicht verboten, aber schon recht unfair. Aus diesem Grund sollte sich jedes Team ein eigenes „Play-Book“ erstellen und sich eigene Codes und Abkürzungen für bestimmte Situationen einfallen lassen. Natürlich darf man dann diese Codes nicht weitergeben, ansonsten wäre das ganze ja sinnlos, oder?

In einigen europäischen Ländern kann es mit PMR-Geräten zu Problemen kommen. Informiert Euch rechtzeitig ob Ihr Eure Geräte mit ins Ausland nehmen und dort auch in Betrieb nehmen dürft.

Grundsätzliche Regelungen für den Funkbetrieb

Beim Funkbetrieb gibt es ein paar grundsätzliche Regelungen die eingehalten werden sollten:

  • Die Funkdisziplin ist einzuhalten
  • Zum Sprechen, wird die Sprechtaste gedrückt – zum Empfangen (hören) die Taste wieder losgelassen
    Vor dem Senden überprüfen ob der Kanal belegt ist (evtl. Funksprüche anderer auf diesem Kanal oder evtl. optische Anzeigen auf dem Funkgerät beachten)
  • Höflichkeitsformeln sind zu unterlassen (kein „Bitte“ und „Danke“)
  • Deutlich und langsam sprechen
  • Nicht zu laut sprechen (Funksprüche werden sonst undeutlich und verzerrt wiedergegeben)
  • Nicht gebräuchliche Abkürzungen sind zu vermeiden
  • Zahlen sind unverwechselbar auszusprechen (z.B. für die Zahl „zwei“ wird „zwo“ ausgesprochen)
  • Teilnehmer werden immer mit „Sie“ angeredet
  • Keine Namen (außer „Funkrufnamen“ und „Nicknamen“) oder andere persönliche Informationen über Funk weitergeben.
  • Schwer verständliche Wörter sind möglichst zu buchstabieren
  • Bei lauten Geräuschen, Mikrofon mit der Hand versuchen etwas abzuschirmen, ansonsten den Standort wechseln (wenn möglich)
  • Bei Gewitter ist der Funkbetrieb aus Sicherheitsgründen abzubrechen!
  • Derjenige der ein Gespräch aufbaut, beendet es auch wieder.
  • Fasse Dich kurz!

Rufnamen

Jedes Team bzw. Spieler sollte einen eigenen Funknamen besitzen um ihn eindeutig identifizieren zu können. Am einfachsten ist es den Nicknamen auch als Funknamen zu verwenden. Da einige PMR-Geräte auch auf einer 2-Meter Frequenz laufen sind einige Funknamen generell tabu!

Folgende Funknamen dürfen nicht verwendet werden um Missverständnisse vorzubeugen:

Florentine / Florian = wird von der Feuerwehr verwendet
Kater = wird vom Katastrophenschutz verwendet
Heros = wird vom THW verwendet
Samuel / Sama = wird vom ASB verwendet
Äskulap / Rot Kreuz = wird vom DRK verwendet
Jonas / Akkon = wird von der JUH verwendet
Malta / Johannes = wird von dem MHD verwendet
Adler / Pelikan = wird von der DLRG verwendet

Es ist auch zu beachten das einige Firmen ebenfalls auf derselben 2-Meter Frequenz funken wie Ihr. Achtet vor Spielbeginn auf evtl. Funksprüche fremder Benutzer oder Firmen. Leider gab es in der Vergangenheit öfters Ärger mit div. Werkschutzfirmen, nur weil man auf einem benachbarten Gelände Airsoft gespielt und die gleichen Frequenzen verwendet hatte wie die vom Werkschutz. 

Da es auch eine Menge an offiziellen Bezeichnungen und Kennzahlen für Fahrzeuge gibt, diese aber so gut wie nie beim Airsoft verwendet werden, werde ich der Übersicht halber darauf verzichten. Man kann gerne eigene Bezeichnungen und Namen für div. Truppen, Einheiten oder Fahrzeuge wählen. Je kreativer man bei der Bezeichnung ist umso schwerer wird es für evtl. „Mithörer“ zu erkennen um welche Fahrzeuge oder Einheiten es sich dabei handeln.

Buchstabiertabelle

Um Begriffe buchstabieren zu können wird National und International ein eigenes Buchstabieralphabet verwendet. Die internationalen Abkürzungen werden auch als NATO-Alphabet bezeichnet.

DCS Codierungen

Frequenzen

Selektivruf

Mittels den im DMR 446 und PMR 446 gebräuchlichen Selektivrufsystemen CTCSS (Continous Tone Coded Subaudio Squelch) und DCS (Digitally Coded Selectivecall) können quasi „virtuelle Kanäle“ eingerichtet werden – das heisst, es sprechen immer nur die Funkpartner mit einander, welche den gleichen Selektivruf-Code verwenden.

Dieser Code wird als nicht-hörbares Signal mit der normalen Sprachnachricht mitgesendet. Bei dem Empfänger wird die Sprache nur dann auf den Lautsprecher übertragen, wenn der eingestellte Code mit dem empfangenen identisch ist.

So können Störungen und/oder unerwünschte Gesprächpartner ausgeblendet werden, oder gezielt ein bestimmter Gesprächspartner gerufen werden, in dem man seinen Code einstellt.