Gesetzeslage aktuell im Airsoft

Gesetzeslage aktuell im Airsoftbereich

So sieht die aktuelle Gesetzeslage aus:

1. Erwerb und Besitz
Gemäß Anl. 2 Absch. 2 Unterabsch. 2 Nr. 1. ff WaffG sind Erwerb und Besitz von AS-Waffen erlaubnisfrei, d.h. Jedermann, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, kann sie käuflich frei erwerben und besitzen, da diese Waffen zu der Kategorie der Freien Waffen zuzuordnen sind. Sie sind gem. WaffG mit einem F in einem Fünfeck gekennzeichnet. Dies gilt im Zusammenhang mit AS-Waffen, deren Mündungsenergie über 0,5 J liegen.

2. Führen und Transport

ist in § 12 Abs. 3 WaffG geregelt, wonach eine Waffe auch ohne Waffenschein geführt bzw. transportiert werden kann, wenn sie nicht schuss- und zugriffsbereit ist. Die Art und Weise des Transportes ist hierbei im § 42 a Abs. 2 Nr. 2 WaffG beschrieben. Das heißt, die Waffe muss ungeladen und sachgerecht untergebracht sein und die Munition muss getrennt zu der Waffe gelagert werden.
Hierbei ist es unerheblich, in was für einem Transportbehältnis die AS-Waffen transportiert werden, lediglich verschlossen muss das Behältnis sein. Aber genau hier streiten sich nun die verschiedenen Auslegungen des WaffG, da der Begriff verschlossen nicht genauer definiert ist. Gem. Aussage des Bundesministerium des Inneren (BMI) und dem Bundeskriminalamtes (BKA), ist mit verschlossen eindeutig abgeschlossen gemeint und so wird es in der Praxis durch die Exekutive unseres Landes auch durchgesetzt und kontrolliert.

Die Kugeln dürfen das befriedete Besitztum nicht verlassen. Dies kann durch einen entsprechend hohen Mauer oder engmaschigen Zaun erreicht werden. Bei Zäunen, die grobmaschiger sind, ist eine sog. Safezone einzurichten. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitszone, die mindestens die 1,5-fache Länge der Reichweite der stärksten Waffe im Spiel haben muss. Es empfiehlt sich einen Sichtschutz für die Umzäunung zu schaffen oder durch Warn- bzw. Hinweistafeln ist auf die Durchführung eines Airsoftspiels aufmerksam zu machen, damit unbeabsichtigte Falschinterpretationen und eine eventuelle Alarmierung polizeilicher Kräfte vermieden werden. Das Absperren rein mit Markierungs- bzw. Flatterbändern reicht hier nicht aus, da ein unbefugtes Betreten des Besitztum nicht wirklich verhindert werden kann.

3. Bearbeiten

Häufiges Phänomen ist das Bearbeiten der Waffe in Form von dem sog. Tuning. Dabei wird durch das Einsetzen neuer Waffenteile, wie z.B. Läufen oder stärkeren Federn, ein besseres Schussverhalten erreicht.
Bearbeiten ist gem. Anl. 1 Absch. 2 Nr. 8.2 WaffG insbesondere das Verändern der Schussfolge (in diesem Falle die Veränderung von Einzelrepetierung auf halbautomatische Repetierung) oder wenn wesentliche Teile (u.a. Lauf, Verschluss und andere Antriebsvorrichtungen), zu deren Einpassung eine Nacharbeit erforderlich ist, ausgetauscht werden.

Der Umgang mit wesentlichen Waffenteilen ist Erlaubnispflichtig.

4. Anbaugeräte

So sind gem. Anl. 2 Absch. 1 Nr. 1.2.4.1 WaffG Geräte verboten, die das Ziel anscheinen bzw. mit einem Laserlichtmodul markieren (typischerweise Lampenmontagen oder Laserpointer).
Zudem sind gemäß Anl. 2 Absch. 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG auch Zielfernrohre mit integriertem bzw. angebautem Nachtsichtgerät verboten. Jedoch ist es z.B. erlaubt, ein normales Zielfernrohr zu benutzen, während man ein Nachtsichtgerät am Kopf trägt. Ebenfalls legal sind Zielfernrohre mit Leuchtabsehen, d.h. eine Diode erhellt das Zielkreuz, sodass man die Zielmarkierungen auch noch nachts nutzen kann.

Im Folgenden werden nun legale Anbaugeräte aufgeführt, die häufig montiert werden und keiner Erlaubnis bedürfen:

Zielfernrohr:

Dies ist eines der häufigsten Anbaugeräte und wird auch als Scope bezeichnet. Mit dem Scope wird das Ziel vergrößert dargestellt und das Treffen durch ein Fadenkreuz erleichtert.

Lichtpunktvisier:

Abwandlungen von Zielfernrohren sind die sog. Dotsights. Bei ihnen wird in eine röhrenartige Konstruktion ein farbiger Zielpunkt projiziert, damit ein Ziel besser angepeilt werden kann.

Zweibein:

Das Zweibein wird an die Frontpartie der Waffe montiert um die Waffe darauf abzustützen. Es dient zur Stabilisierung des Gewehrs und Steigerung der Treffgenauigkeit.

Schalldämpfer:

Als Schalldämpfer werden solche Vorrichtungen bezeichnet, die einer wesentlichen Dämpfung des Mündungsknalls dienen und für Schusswaffen bestimmt sind. In ihrer waffenrechtlichen Bewertung werden sie den Schusswaffen gleichgestellt, für die sie konstruiert und bestimmt sind. Das bedeutet, dass Airsoftschalldämpfer funktionsfähig sein und normal erworben werden dürfen. Der Besitz ist ebenfalls nicht erlaubnispflichtig. Ist der Schalldämpfer jedoch z.B. für AS-Waffen bestimmt, so darf er ohne Waffenschein, auch nur auf befriedetem Besitztum oder der Wohnung benutzt werden.

Waffenerweiterungen:

Außer den o.g. Anbauteilen gibt es noch eine Fülle anderer Anbauteile, wie z.B. andere Handgriffe, Griffstücke oder sog. Conversion Kits, durch die komplett neue Außenteile angebaut werden können und neue Waffentypen entstehen. Hier spricht man nicht mehr von Tuning, sondern vom sog. Modding.

5. Erwerb und Besitz

Gemäß § 2 Abs. 1 WaffG muss man für Erwerb und Besitz von den o.g. Waffen das 18. Lebensjahr vollendet haben. Besitz und Erwerb unter 18 Jahren ist gem. § 53 Abs. 1 Nr. 1 WaffG ordnungswidrig kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000,- € geahndet werden.

6. Schießen

Wie bereits ausgeführt, ist das Schießen mit AS-Waffen innerhalb des befriedetem Besitztums gem. § 12 Abs. 4 Nr. 1a WaffG erlaubt. Sollte jedoch keine Nutzungserlaubnis für den befriedeten Bereich und somit keine Schießerlaubnis vorliegen, so stellt dies eine Ordnungswidrigkeit gem. § 53 Abs. 1 Nr. 3 WaffG dar. Dabei ist zu bedenken, dass ein Schießen auch ein Führen indiziert und somit auch der o.g. Verstoß zu prüfen ist, was letztendlich dazu führen kann, dass hier ebenfalls eine Straftat vorliegt.

7. Vollautomaten

AS-Waffen, die dem WaffG unterliegen, dürfen nicht vollautomatisch feuern können. Wer Umgang mit einer vollautomatischen Waffe hat oder eine Waffe in eine solche umbaut, begeht eine Straftat mit einem verbotenen Gegenstand i.S. der Anl. 2 Absch. 1 Nr. 1.2.1.1 WaffG, zu § 51 Abs. 1 WaffG, was mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann.

8. Bearbeiten

Veränderungen an waffenrelevanten Teilen einer Schusswaffe bedürfen, wie begründet, der Erlaubnis. Sollte eine Person ohne diese Erlaubnis eine Waffe bearbeiten, so stellt dies eine Straftat gem. § 52 Abs. 3 Nr. 3 WaffG dar. Sollten Schussstärke oder Schussfolge der F-Waffe durch Unbefugte verändert werden, so erlischt das F im Fünfeck und die Waffe unterliegt den vollen Erlaubnisvoraussetzungen gem. Anl. 2 Absch. 2 UA 1 WaffG. Dementsprechend ist zu prüfen, ob der Beschuldigte eine Waffenbesitzkarte (WBK) hat, da er sich ansonsten auch noch des illegalen Waffenbesitzes strafbar macht.